Archiv für Februar, 2009

Stellungnahmen aus einem Oberstufenkurs Ekklesiologie

Sonntag, 01. Februar 2009

Nachfolgend die eingegangenen Hausaufgaben eines Grundkurses 12 Katholische Religion. Die ungefilterten Stellungnahmen standen am Anfang des Kurses und sind auf der Grundlage einer “Kugellager”-Runde zu verschiedenen Impulsfragen zum Thema Kirche formuliert worden. Jeder Abschnitt entspricht dem Text eines Schülers bzw. einer Schülerin.

Wenn ich den Begriff „Kirche“ höre, entstehen Assoziationen wie beispielsweise Papst, Pfarrer, Katholizismus oder konservative Denkweisen. - Zum einen die Assoziation „Papst“, da dieser das Oberhaupt der katholischen Kirche ist. Priester bzw. Pfarrer aufgrund der Tatsache, dass ein Priester unweigerlich in einer Gemeinde mit der Kirche verbunden wird und ist. Der Aspekt der konservativen Denkweisen und Haltung der Kirche ist nicht abwegig, jedoch ist meine persönliche Einstellung zu diesem Punkt der, dass auch dies zur Kirche und Katholizismus gehört und es Bestandteil bleiben sollte. - Anknüpfend an diesen Punkt sind die Antworten auf die Frage des Stellenwertes der Kirch im eigenen Alltag. Ich verbinde vorrangig Gottesdienste damit und teile ihr einen relativ akzeptablen Stellenwert in meinem Alltag zu. Jedoch muss ich zugeben, dass es für mich keine direkten und erkennbaren Zusammenhänge zwischen dem heutigen, vorgeschriebenen Religionsunterricht und Kirche gibt. Dies ist meine persönliche Meinung. - Gesellschaftskritische Positionen der Kirche sind mir durchaus bekannt, anzuführen sind die Positionen zur Abtreibung, Gentechnik, Verhütungsvarianten oder Sex vor der Ehe. Einige dieser Ansichten sind meiner Meinung nach überholt, jedoch auch die ein oder andere differenziert verständlich bzw. vertretbar. - Zur Frage des kirchlichen Stellenwertes kann ich nur sagen, dass jeder Mensch selbst entscheiden sollte, welchen Stellenwert man der Kirche im eigenen Leben zuteilt. Eine Trennung von Kirche und Staat besteht in Deutschland, in welchem Maße man die Religion annimmt kann man nicht vorschreiben. - Auch christliche Hilfsaktionen, -programme und Organisationen sind mir bekannt. Misereor als Entwicklungshilfe oder Caritas als gemeinnützige Organisation. - Negative Aspekte in der Kirchengeschichte sind beispielsweise die Kreuzzüge als Paradebeispiel, Inquisition, Ablasshandel oder die absolute Vormachtstellung im Mittelalter.

Viele Leute verbinden mit dem begriff ‚Kirche’ sofort die katholische Kirche, ihr Oberhaupt, den Papst und den sonntäglichen Gottesdienst. Die Kirche ist jedoch deutlich mehr, als nur ein Gebäude: Sie ist eine Gemeinschaft der Gläubigen, ein Wertevermittler und somit fester Bestandteil unser aller Leben. Zwar gab es in der Vergangenheit eine Vielzahl erschreckender Ereignisse in der Kirchengeschichte, wie z. b. der Ablasshandel, die Hexenverbrennung oder die Kreuzzüge, aber dennoch hat die Kirche wichtige Grundlagen für unsere Kultur gelegt. Die Kirche förderte die Bildung und lehrte eine Moral unter der alle Christen heute friedlich miteinander leben. Auch heute spendet die Kirche zudem in vielen Situationen Trost und Kraft und engagiert sich für wohltätige Zwecke. Für mich persönlich spielt die Kirche als solche eher eine Nebensächliche Rolle, da ich nicht regelmäßig den Gottesdienst besuche. Zudem bin ich der Meinung, dass der Glaube an sich wichtiger ist und man diesen auch privat praktizieren kann. Dennoch würde ich Veränderungen im Kirchensystem, vor allem in der Gottesdienstordnung, in Richtung einer offenen und ansprechenden Kirche befürworten, da so ein neues Gemeinschaftsgefühl entstehen könnte.

Zehn Denkanstößen zum Themengebiet Ekklesiologie (=Lehre der Kirche): Spontane erste Assoziationen zum Thema ‘Kirche’ wären zum einen das architektonische Feld, Kirche als Gebäude, dementsprechend der Dom in Fulda, der Vatikan mit dem Petersdom und die Kirche meines Dorfes. Zum anderen Aspekte, die sich in der Kirche abspielen (Gottesdienst, Eucharistiefeier, Pfarrer, Predigt, Messdiener) bzw. Prinzipien, für die sie steht (Dogmen, gewisse Rituale) und der Papst als Oberhaupt der katholischen Kirche. - In meinem Alltag spielt Kirche eine eher latente Rolle. Sie ist zwar durch öffentliche Diskussionen omnipräsent, auch in der Schule durch Religionsunterricht oder das Kreuz im Klassenzimmer, trotzdem sind meine Gedanken weniger davon beherrscht. Auch da mich Faktoren wie die Kirchensteuer (noch) nicht direkt betreffen und ich nicht aktiv in unserer Gemeinde bin. Allerdings lässt das nicht auf mein Verhältnis zur Religion an sich schließen, da ich gläubig bin, es aber nicht als unbedingt notwendig erachte, dafür jede Woche in die Kirche zu gehen. - Die Kirche spielt in unserem Staat eine wichtige Rolle, so dass zu kritischen Themen stets eine offizielle Meinung der Kirche veröffentlich wird, die Gottes Meinung, in Berufung auf die Bibel, wiedergeben soll. In unserer Gesellschaft, die sich durch unglaubliche medizinische Möglichkeiten auszeichnet, kann der Tod unter Umständen durch lebenserhaltende Maßnahmen herausgezögert oder im Umkehrschluss auch beschleunigt bzw. veranlasst werden. Sterbehilfe oder Euthanasie wird von der Kirche vehement abgelehnt. Gott habe den Menschen erschaffen, er entscheidet über Leben und Tod, kein Mensch kann sich anmaßen, ihm diese Entscheidung vorwegzunehmen. Die Aufgabe der Christen bestehe darin, dem Sterbenden Hoffnung zu geben und ihn auf geeignete Weise auf das Bevorstehende vorzubereiten, indem er irdische Pflichten und Sorgen von ihm nimmt. - Euthanasie ist ein sehr komplexes Themengebiet, das meiner Meinung nach nicht pauschal entschieden werden kann, da man abwägen muss, inwieweit man jemanden von seinem Leiden erlösen muss oder darf oder den Menschen am Leben halten soll. Besonders problematisch ist dies, wenn es dem Betroffenen durch schwere Verletzungen nicht mehr möglich ist, seine eigene Meinung kundzutun. Dadurch sind die Angehörigen einem enormen Druck ausgesetzt, ob die Entscheidung in seinem Sinne ist. - Abtreibung, die in gewisser Weise auch eine Form der Euthanasie ist, wird von der Kirche mit Verweis auf das unumgängliche ‘Recht auf Leben’ abgelehnt. Dazu zählt ebenfalls das Verbot (die Ermahnung zur Nichtbenutzung) der meisten Verhütungsmittel. -  Man kann auch diese Entscheidung schlecht verallgemeinern, jedoch halte ich eine Abtreibung innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate für durchführbar. Es gibt Gründe, bei denen eine Schwangerschaft nicht tragbar ist, beispielsweise bei einer schlimmen Gefährdung der Mutter. - Falls Vergewaltigung oder Krankheit des Embryos die Motivation zum Schwangerschaftsabbruch sind, sollte die Entscheidung der Mutter überlassen werden. Falls das Baby im Nachhinein darunter leiden muss und ihm kein schönes Leben ermöglicht wird oder es Opfer von Vernachlässigung oder Hass wird, ist es nicht unbedingt eine perfekte Lösung, das Kind auszutragen. Allerdings sollte man abwägen, inwieweit Aspekte wie Adoption eine Möglichkeit wären, da der Embryo nicht für Krankheit oder Vergewaltigung verantwortlich gemacht werden kann. - Im Bereich der Scheidung stimme ich nicht mit der Kirche überein, die Scheidungen missbilligt. Natürlich ist das Sakrament der Ehe heilig und man sollte es nicht aus niederen Gründen eingehen, allerdings ist der Mensch nicht unfehlbar und sollte die Möglichkeit haben, seinen Zustand zu ändern. Viele Faktoren sind nachvollziehbare Gründe, den Bund der Ehe zu lösen, zum Beispiel Gewalt (generell aggressives Potenzial) innerhalb der Partnerschaft oder gar gegenüber den Kindern. Auch sollte man sich der Verantwortung bewusst sein, die man für seine Kinder trägt. Eine schlechte Ehe, unter der die Kinder leiden müssen, rentiert sich für sie in keinster Weise, auch wenn der vermeintliche Charme einer intakten Familie aufrechtgehalten wird. - Die Vereinbarung von Kind und Karriere bleibt weiter ein schweres Unterfangen. Viele Frauen wollen nicht mehr auf einen möglichen Aufstieg auf der Karriereleiter verzichten. Da die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt und in den Betrieben aber nach wie vor für Frauen problematischer sind und zu lange Pausen häufig die Chance auf eine Beförderung vermindern, werden Kinder schon in jungen Jahren in Kinderbetreuungsstätten gegeben. Diese Entwicklung bedauert die Kirche, da Kinder so von ihren Familien entfremdet werden. Die Erziehung müsse zu Hause stattfinden. - Dabei kann ich der Kirche nur zustimmen. Die ersten Jahre im Leben eines Kindes sind von zu vielen Entwicklungen geprägt, die man nie wieder erleben kann. In der frühen Kindheit wird die Basis für die Beziehung zwischen Eltern und Kind gelegt. Ich denke nicht, dass ein übermäßiger außerhäuslicher Aufenthalt in irgendeiner Weise förderlich ist. Allerdings liegt das Problem dabei weniger bei den Eltern als bei den Betrieben. Der Arbeitsmarkt lässt andere Entscheidungen kaum zu ohne das man einen hohen Preis dafür zahlen muss. Damit sich längerfristig in Deutschland etwas ändert, müssen die arbeitstechnischen Bedingungen verändert werden, damit man sich nicht zwischen Beruf oder Familie entscheiden muss. - Ob Jesus mit dem Auftreten der Kirche zufrieden ist, lässt sich nur schwer beurteilen. Größtenteils dürfte er allerdings zustimmen, da die Kirche nach Gottes Geboten handelt bzw. es versucht. Außerdem kann das große soziale Engagement, das später noch aufgegriffen wird, nur in seinem Sinne sein, in Anlehnung an diverse Gleichnisse. - Könnte man die klare Entscheidung treffen, dass Jesus unzufrieden mit der Kirche ist, müsste man die ganze Organisation in Frage stellen, da sie somit ihren Sinn verliert und ebenso ihre Glaubwürdigkeit. In der Vergangenheit gab es aber durchaus Taten, mit denen Jesus nicht einverstanden sein dürfte, da sie dunkle Kapitel der Kirchengeschichte darstellen, in denen im Namen des Glaubens viel Schindluder betrieben wurde und viele Menschen aus niederen Gründen sterben mussten. - Allerdings könnte er mit dem Stellenwert der Kirche hadern: Viele Menschen haben sich abgewendet, durch Bewegungen wie die Aufklärung eroberte die Wissenschaft die Position der Kirche. Religion ist nicht mehr der Hauptbestandteil des Lebens, was Jesus sicherlich bedauert und für die falsche Entwicklung hält. Inwieweit er daraufhin Rückschlüsse auf das Verhalten der Kirche zöge, bleibt unbeantwortet. - Kirche sollte in meinen Augen heute eine kritische Instanz sein, die sich zu Themen des öffentlichen und sozialen Lebens äußert, um so darauf hinzuweisen, dass nicht alles, das möglich ist, auch durchgeführt werden sollte. Das kooperative Modell in Deutschland halte ich für sehr sinnvoll, da der Kirche dadurch ein gewisser Stellenwert gesichert ist. - Die Beratungs- und Schutzfunktion, die sie ohnehin einnimmt, muss unbedingt erhalten bleiben. Auch das soziale Engagement ist eine enorme Bereicherung für die Gesellschaft, das nicht aufgegeben werden darf. - Religion bietet vielen Menschen Halt und Stütze, damit sie in ihren Alltag zurechtkommen, es ist Städte für Zuflucht. Sie sollte vor allem diesem Zweck dienen, nämlich den Menschen zu helfen. - Durch ein sehr vielfältiges Repertoire an sozialem Engagement leistet die Kirche einen großen Beitrag innerhalb des gemeinnützigen Miteinanders: Hilfsorganisationen wie die katholische Organisation ‘Caritas’ oder der evangelische Verband ‘Diakonie’ unterstützen Sozialschwache in und außerhalb Deutschlands, bieten sowohl Pflegedienste als auch Beratungen an. ‘Misereor’ leistet in Ländern der 3.Welt Hilfe zur Selbsthilfe. Auch ‘Brot für die Welt’ unterstützt Selbsthilfeprojekte in Entwicklungsländern. Dies sind nur einige wenige Beispiele aus dem großen Topf der Hilfswerke, durch die die Kirche die Situation auf der Welt verbessern möchte. - Auch durch Organisationen wie ‘TransFair’ und ‘Gepa’ wird fairer Handel unterstützt, damit die Arbeiter für ihre Arbeit einen gerechten Lohn bekommen. - Durch Seelsorge in allen Bereichen, zum Beispiel in Krankenhäusern, wird den Menschen das Gefühl gegeben, sie sind nicht allein. Auch die Bahnhofsmission ist Anlaufstelle für Hilfesuchende. - Neben diesen gemeinnützigen Verbänden, existiert eine große Anzahl an Vereinen für Jugendliche, die eng mit der Kirche verbunden sind, zum Beispiel die ‘BDKJ’ oder die ‘Kolping-Jugend’ oder auch die Pfadfinder. - Als Messdiener kann man aktiv am Gottesdienst mitwirken und durch Tätigkeiten wie als Sternsinger oder “Klapperjunge” seinen Beitrag leisten. - Diese vielfältigen sozialen Aktionen halte ich für elementar wichtig, dadurch wird der Gedanke der Nächstenliebe in die Tat umgesetzt und Menschen, die aus den vielfältigsten Gründen minderbemittelt sind, werden wenigstens in gewisser Weise zurück in die Gesellschaft geholt bzw. durch Entwicklungshilfe wird Menschen in der 3.Welt geholfen, so dass sie ihr Leben zukünftig selbst managen können. - Auch durch die Jugendorganisationen wird dieser Gedanke weitergegeben, da die heutige Jugend morgen an der Reihe ist, ihren Teil der Hilfe zu leisten und so wird ihr die Verantwortung bewusst gemacht. - Vor allem durch den Geschichtsunterricht wird man über diverse dunkle Kapitel der Kirchengeschichte informiert. Dabei wären die Kreuzzüge zu nennen, die Hexenverbrennung, der Ablasshandel. - Generell Machtstreben, das darin ausufert, andere Kulturen zwanghaft zu christianisieren, Verachtung der Glaubensfreiheit. - Auch heutzutage findet in Afrika eine gefährliche Missionierungsarbeit statt: Einige christliche Missionare betreiben Anti-Kondom-Propaganda und verbreiten unter der unsicheren Bevölkerung Afrikas Gerüchte über die Ansteckung mit AIDS durch gewisse Verhütungsmittel. Gerade in Afrika ist dies eine äußerst bedrohliche Entwicklung. - Im Gegensatz dazu stehen die löblichen Taten, die die Kirche durch die vergangen Jahrhunderte geleistet hat: Häufig diente die Kirche als Zufluchtsort für Flüchtlinge, die sich aus rassistischen oder ideologischen Gründen nicht mehr öffentlich bewegen durften. Das Verstecken eines solchen Menschen hatte häufig die Todesstrafe zur Folge, zum Beispiel die Juden zur Zeit des Nationalsozialismus. - Viele Geistliche waren bereit, sich für ihren Glauben zu opfern, um ihn nicht zu verleugnen. - Jegliches soziales Engagement, das bereits über Jahre betrieben wird, der Dienst für den Menschen im Allgemeinen, der vielen Halt und Stütze gab. - Man kann diese Faktoren schlecht in ein Verhältnis stellen, da es auf beiden Seiten reichlich Aspekte gibt, man eine Entscheidung für oder gegen den Glauben allerdings nur schwer daran festmachen kann. Der Großteil der üblen Kirchendelikte gehören lange der Vergangenheit an, Gewalt spielt in diesem Sinne keine Rolle mehr, Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, das die Kirche niemandem mehr streitig macht und es wird auch keine Volksverhetzung oder Verängstigung mehr betrieben. Man muss bei der Beurteilung die geschichtliche Ebene mit einbeziehen. - Eine gläubige Person zu sein, bedeutet nicht, dass man sich in irgendeiner Weise mit den vergangenen Taten identifizieren kann. Aber sie gehören nicht in unsere Zeit, sind daher kein Grund, sich nicht für die Kirche auszusprechen. - Die Utopie einer perfekten Kirche geht in die Richtung, dass sie sich von ihren teils konservativen und überholten Ansichten abwendet, um sich weiterzuentwickeln und somit den Nerv der Zeit zu treffen. Oft wirkt sie versteinert und hölzern, so dass speziell junge Leute sich nicht damit identifizieren können. - Allerdings widerspricht das bereits der Idee der Kirche: Um mit der heutigen schnelllebigen Gesellschaft mitgehen zu können, würde eine Veränderung der anderen folgen. Somit verliert die Kirche ihr Fundament und die Sicherheit, die sie gibt, gerade trotz den ständigen äußeren Veränderungen sich selbst treu zu bleiben. - Die Kirche sollte sich nicht verstellen, um anderen zu gefallen, da ich nicht davon ausgehe, dass dies zu übermäßigem Erfolg führen wird. - Das größte Problem der Kirche sind die Vorurteile: Die Pfarrer predigen zu langweilig; Kirche ist zu spießig, zu altmodisch und zu festgefahren; Kirche ist etwas für ältere Menschen; es wird zuviel kritisiert…. - Dabei wird das in den meisten Fällen gar nicht genau betrachtet, sondern ist häufig ein Klischee. Viele Gemeinden bieten eine gute und dynamische Jugendarbeit an, die Pfarrer sind nicht alle so schlecht, wie sie verschrien werden. - Kirche lässt sich nur erneuern, wenn die Initiative von der Jugend selbst ausgeht. Nur dann wird sie mit dem Ergebnis jemals zufrieden sein. Vielleicht muss man im Umkehrschluss aber damit leben, dass diese Neugestaltung nicht stattfindet, da sie einfach nicht zu den Hauptprinzipien gehört. - Die Zeit hat sich geändert und mit ihr die Menschen, aber es bleibt wohl außer Frage, dass die Kirche auch dies überdauern wird.

Bei der ersten Frage ging es zunächst um allgemeine Assoziationen zum Schlagwort „Kirche“ - Neben generellen religiösen Symbolen fanden sich hier auch Anmerkungen die konservative Geisteshaltung der Kirche betreffend. Hieraus wird eine gewisse negative Konnotation des Begriffes Kirche deutlich, da dieser wohl oft auf die Institution Kirche, das Papsttum und die veralteten Denkweise selbiger, reduziert wird. - Die nächste Frage beschäftigte sich mit der Rolle der Kirche im Alltag. Auch hier bestätigt sich obige These, da die meisten Antworten die geringe Relevanz der Kirche im Alltag untermauerten. Jedoch zeigt sich hier das die Kirche als Werte- und Kulturvermittler akzeptiert wird und als wichtige Instanz im Erziehungsprozess angesehen wird. - Des Weiteren wurde nach den gesellschaftskritischen Positionen der Kirche gefragt, die meistens mit dem Hinweis auf aktuelle, ethische Diskussionen wie, Gentechnik, Abtreibung und Verhütung beantwortet wurden. Daraus ist auch wieder eine gewisse Unzufriedenheit mit dem konservativen Wertesystem der katholischen Kirche abzuleiten. - Auf die Frage ob Jesus die Kirche gewollt hatte, folgte nach einiger Diskussion die Antwort, dass Jesus wohl eher nicht eine institutionalisierte Kirche gefordert hatte, da diese und ihre Verbrechen in der Vergangenheit nicht mit seinen Glaubensvorstellungen korrespondierte. - Das soziale Engagement der Kirche wurde gutgeheißen und eine Vielzahl von Beispielen z.B. Welthungerhilfen und Armenspeisungen, genannt. - Die nächsten zwei Fragen spiegeln aber wieder das leicht negative Bild von der Kirche wieder. - Zum einen wurde eine generelle Öffnung und Modernisierung der Kirche gefordert, damit diese in Zukunft wieder eine immanentere Rolle im alltäglichen Leben spielen könne, zum anderen wurde die Frage nach den abscheuerregenden Dingen der Kirchengeschichte, wie keine andere sehr ausführlich breitgetreten und eine Vielzahl von Verbrechen wie die Kreuzzüge, Inquisition und Korruption besonders im Mittelalter, angeprangert. - Im Vergleich hierzu wurde die Frage nach den positiven Aspekten der Kirchengeschichte eher stiefmütterlich beantwortet. Hier wurden in erster Linie vorbildhafte Einzelpersonen wie z.B. Luther angeführt und generell die religiöse Ethik und Moralvorstellungen gelobt. - Beim gewichten der positiven und negativen Argumente war ein klarer Ausschlag in Richtung der negativen Argumente zu verzeichnen. - Bei der abschließenden Frage sollte eine „Wunschkirche“ beschrieben werden die den einzelnen begeisterte. Auch hier stand der Wunsch nach einer Öffnung und Erneuerung der Kirche im Vordergrund. - Zusammenfassend kann man sagen, dass die Kirche als wichtiger Moral- und Wertevermittler angesehen wird, es jedoch eine große Enttäuschung über die institutionalisierte Kirche gibt. - Im Hinblick auf die Geschichte und die gegenwärtig rückständigen ethischen Positionen der Kirche kristallisiert sich ein äußerst negatives Bild zum Katholizismus heraus, welches das individuelle Verhältnis zu Religion stark belastet und in allgemeinem Desinteresse gipfelt.

Die katholische Kirche spielt auch heutzutage noch eine wichtige Rolle in der Gesellschaft. Mit der Kirche verbunden ist nicht nur der glaube allgemein oder der Gottesdienst in den regionalen Gemeinden, sondern insbesondere auch der Papst und der Vatikan. - Letzterer möchte seine gesellschaftskritischen Positionen verbreiten oder bietet zumindest moralische Einstellungen an. Diese Vorstellungen sind einerseits in manchen Fällen, wie zum Beispiel die Ablehnung der Abtreibung oder des Klonens durchaus verständlich, jedoch andererseits meiner Meinung nach veraltet und zu konservativ. So finde ich es nicht akzeptabel, Homosexualität zu verurteilen, wobei doch in der Kirche die Toleranz eine große Rolle spielen sollte. Ferner ist es unverantwortlich in Afrika gegen die herkömmlichen Arten der Verhütung zu predigen und folglich die Verbreitung von Aids zu unterstützen. - Nichtsdestotrotz ist auch das soziale Engagement der Kirche aufzuführen und anerkennend zu betonen. Zahlreiche kirchliche Organisationen, wie zum Beispiel Caritas, das Kolpingwerk, die Bahnhofsmission, Misereor, um nur einige zu nennen, sind in der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Diese Hilfe ist essenziell und zugleich dient die Kirche somit als Vorbild und Aufruf für jeden, über sich selbst hinweg zuschauen und Verantwortung zu übernehmen. Die Hilfsorganisationen prägen zudem die Kirchengeschichte. - Allerdings sind in der Historie der Kirche auch viele abschreckende Dinge passiert. Dazu gehören besonders die Kreuzzüge, der Exorzismus, die Hexenverbrennung und der Ablasshandel. Des Weiteren spielte die Kirche nicht immer nur eine religiöse Rolle und so wurde die kirchliche nicht immer von der weltlichen Macht getrennt. Dieses Machtinteresse trat aber dennoch nach der Säkularisierung in den Hintergrund. - Dessen ungeachtet ist anzuzweifeln, dass Jesus die Kirche so gewollt hatte wie sie nun ist. Die Kirche ist heute keine große Gemeinde mehr sondern von Abspaltungen geprägt. - Allerdings sehe ich die positiven und negativen Aspekte der Kirche als ausgeglichen an. Die Kirche stellt ethische Bildungsanstalt dar und spendet moralischen Rückhalt. - Trotzdem erachte ich eine Veränderung und Anpassungen der Kirche als notwendig. Sie sollte sich weniger als Autorität sondern als Hilfe zeigen. Zudem wäre eine offenere, fröhlichere und nicht so konservative Kirche ansprechender.

Die zehn Einstiegsfragen zum Thema Kirche zeigen welche verschiedenen Aufgaben, Tätigkeiten und Geschichte die Kirche und deren Glaube besitzt. Zunächst wurde die Frage zur allgemeinen Vorstellung zum Wort “Kirche” gefragt, damit kamen zum einen die Begriffe des offenbar sichtlichen wie das Gebäude und zum anderen auch die Pflichten und Erwartungen der Kirche wie Gottesdienst, Zölibat und die sieben Sakramente auf. Danach beschäftigten wir uns mir der Wichtigkeit der Kirche im Alltag und fanden Begriffe wie die Jugendgruppe, aber auch das aktive Mitwirken während des Gottesdienstes als Meßdiener oder Lektor. Daraufhin betrachteten wir die gesellschaftskritischen Positionen der Kirche und erkannten, dass vielerlei Themengebiete gefunden wurden, die aber nicht nur von der Kirche als diskussionwürdig angesehen werden. Hierbei wurden Themen wie Homosexualität, Sex vor der Ehe, weite Ablehnung von Abtreibung und Scheidung aufgegriffen. Die Bedeutung der heutigen Kirche wird vor allem als Stütze im Alltag, als Wertevermittler und im sozialen Engagement gesehen. Die Hilfsbereitschaft der Kirche zeigt sich insbesondere in Klosterschule, sozialen Einrichtungen wie die Bahnhofsmission, aber auch die Unterstützung von benachteiligten Bevölkerungen durch Projekte wie Misserior. Im Verlauf der Geschichte wurde die Kirche aber auch durch negatives Auftreten in den Vordergrund gebracht. Die Begriffe wie Hexenverbrennung, Ablassbriefe, Kreuzzüge und Exorzismus sind ein Teilgebiet von den eher schändlich und nicht christlich anzusehenden Taten der Kirche. Jedoch sieht man auch dass die Kirche speziell durch ihr soziales Engagement in der heutigen Zeit an Sympathiewerten zulegt, die Mutter Theresa und Franz von Assisi bereits vor einigen Jahrhunderten erkannten und mit ihrer Arbeit zum heutigen Ansehen begetragen haben. Dadurch kann man das Verhältnis zwischen den negativen und positiven Aspekten auf eine ausgeglichene Waage legen, wobei man durchaus erkennen muss, dass die Betonung wohl eher auf der Neuzeit liegt. Für die Zukunft kann man sich eine weitere Verbesserung wünschen, aber immer noch kritisch bleiben und einige Bereiche der Kirchengemeinde reformieren. Hierbei könnte man den Gottesdienst im Gesamten auflockern und ansprechender für Jugendliche durch flexiblen Gottesdienstverlauf und modernere Lieder gestalten. Vielleicht wäre es sogar möglich, dass die Kirche aktuelle Themen und Ereignisse offener entgegen geht, kommentiert und dadurch eine Hilfestellung im Alltag bietet.

Mit dem Begriff “Kirche” verbinde ich neben den direkten Assoziationen wie Papst, Vatikan, Bibel, Jesus und Gott ebenfalls u.a. eine sehr konservative Haltung, eine stark befestigte Tradition und ihre zehn Gebote. - Momentan sind diese Dinge in der WIchtigkeit in meinem Leben aber eher in den Hintergrund gerückt. Bis zu meiner Firmung besuchte ich noch nahezu jeden Sonntag die Kirche, manchmal mehr durch mein Gewissen gezwungen als wirklich gewollt. Ich denke, dass die Kirche und ihr Glauben da ist, um Menschen dasVertrauen zu geben was sie brauchen und ihnen die Angst vor dem Tod und Versagen zu nehmen. Ich merkte das je älter ich wurde, weil ich anfing kirchliche Traditionen und die Forderungen, die an Leute gestellt werden, die regelmäßig die Kirche besuchen und sich als starke Gläubige “outen”, in Frage zu stellen. Das Resultat, was sich aus meinem kritischen Denken herausbildete war, wie schon zu beginn beschrieben, dass die Kirche für mein persönliches Leben immer mehr in den Hintergrund rückte. - Betrachtet man neben den persönlichen Gedanken in Bezug auf die Kirche auch noch die gesellschafts-kritischen Positionen die man gegenüber der Kirche kennt, werden jene in den meisten Fällen bestärkt und bestätigt. Einstellungen gegen Abtreibungen, Verhütung, Gentechnik und Homosexualität, um nur ein paar Beispiele zu nennen, sind für die heutige Zeit nahezu unverständlich. Junge Menschen der heutigen Zeit können und sollen meiner Meinung nach diese radikalen Forderungen nicht ohne Weiteres akzeptieren. Natürlich werden sie nicht dazu gezwungen genauso zu leben wie die Kirche und ihre Vorsitzenden es vorschreiben, dennoch werden diese konservativen Ansichten immer “mitschwingen” und den Jugendlichen, die in die Kirche gehen, immer im Hinterkopf bleiben. In genau einer solchen Situation befinde ich mich- neben zahlreichen anderen jungen und auch älteren Menschen in meinem Umfeld. Würde Jesus in dieser Zeit noch unter uns leben, hätte er denke ich die Kirche nicht standhaft so erhalten wie vor 2000 Jahren. Er hätte sich der jetzige Situation bestimmt angepasst-wenn auch nur teilweise. - Zahlreiche von der Kirche iniziierten und fast jedem bekannten Hilfsorganisationen wie Misereor, Caritas, Brot für die Welt und andere Hilfen für 3.-Welt-Länder unterstützen positive Seiten der Kirche, die unter Betrachtung der geschichtlichen, abschreckenden Ereignisse für mich leider wieder etwas in den Hintergrund gerückt werden. - Natürlich waren Vorfälle wie der Ablasshandel, Hexenverbrennungen, Exorzismen, Kreuzzüge und Oferungen tief einschneidende ERlebnisse und eine nicht Geschichte, die die kathrolische Kriche nicht gerade in sehr gutes Licht rücken, aber meiner Meinung nach sollte man nicht nur einzelne Personen, sondern auch Personenvereinigungen, zu denen auch die Kriche gehört, nicht nach ihrer längst vergangenen geschichte bewerten - so wie wir es nach dem Zweiten Weltkrieg auch nicht wollen- , sondern hauptsächlich die gegenwärtigen Aktionen berücksichtigen, zu denen für mich als erstes und aussagekräftigsten die Hilfsorganisationen gehören. - Um nicht nur mich, sondern auch viele andere Jugendliche (wieder) dazu zu bringen in die Kirche zu gehen müsste man als erstes die Gottesdienste überarbeiten. - Natürlich gehört es dazu, womit ich wieder bei den Traditionen und der Konservativität wäre, zu predigen und die Gottesdienste nahezu identische aufzubauen - diese Vorgehensweise ist aber für jüngere Leute nicht ganz so gut geeignet. - In der heutigen Zeit, in der nicht nur Leisutng, sondern auch Schnelllebigkeit eine sehr hohe Belastung darstellen und fordern, kann man Jugendliche nicht in der Kirche mit dem totalen Gegensatz konfrontieren. - Man müsste nicht nur die Predigen mehr auf die heutige Zeit abstimmen, wie beispielsweise die Jugendgottesdienste, die mir sehr gut gefallen aber leider zu selten stattfinden, sondern den Ablauf anders gestalten und Veranstaltungen zu Themen machen, die für Jugendlich interessant sein können. Die Kirche muss ihre Erwartungen und Anforderungen nicht ändern oder sie ganz aufgeben, sie muss nur die “Angst” und den “Druck” nehmen, die sie auf die Jugend indirekt und wahrscheinlich auch ungewollt ausüben.

Woran denken wir eigentlich wenn wir das Wort „Kirche“ hören? Meistens zuerst an das Gebäude an sich,dann natürlich auch sofort an den Gottesdienst, der dort gefeiert wird. Vielen fallen jedoch als Erstes die konservativen Vorschriften und Dogmen ein, die von der Kirche als Institution vorgeschrieben werden. Persönlich habe ich an den Papst gedacht, denn er kommt schließlich diesmal aus Deutschland. Insbesondere für Fulda ist außerdem die alljährliche Bischofskonferenz von großer Bedeutung .Weitere Assoziationen sind Beten, das Kreuz, Weihnachten oder die sieben Sakramente. Für jeden hat Kirche im Alltag eine unterschiedlich große Bedeutung, obwohl sie immer präsent ist, sei es durch ein Kreuz an der Wand oder die Glockenschläge der Kirchturmuhr. Ich verbinde damit den Sonntagsgottesdienst, die Jugendgruppe bei uns im Dorf, die bei Aktionen von und mit der Kirche immer dabei ist. Außerdem war ich Messdienerin und bin jetzt Mitglied in der KJG (Katholische junge Gemeinde), hab also verhältnismäßig noch viel mit der Kirche an sich zu tun. - Natürlich stimmen die gesellschaftskritischen Positionen der Kirche nicht immer mit meiner Meinung und dem Großteil der Gesellschaft überein. Beispiele dafür sind das Verbot von „Sex vor der Ehe“, die konservative Einstellung gegenüber manchen Verhütungsmitteln, obwohl AIDS eine wesentliche Gefahr geworden ist, und die Ablehnung der Homosexualität. Hinzu kommen die strengen Regelungen hinsichtlich einer Scheidung, Ansichten die längst nicht mehr mit der Realität vereinbar sind. Auf der anderen Seite muss man auch die Einmischung der Kirche bei Fragen um soziale Gerechtigkeit erwähnen, z.B. ihre Stellung zu Hartz IV oder die Errichtung sozialer Einrichtungen. Außerdem versucht sie die moralischen Werte unserer Gesellschaft aufrechtzuerhalten, indem sie sich gegen Gentechnologien und gegen Abtreibung ausspricht. Durch die Auseinandersetzung mit dem Islam, beginnt die Kirche ihre Entstehung in einer kritischen Auseinandersetzung mit sich selbst zu analysieren. Dabei stellt sich die Frage, ob Jesus die Kirche so wie sie sich heute präsentiert gewollt hätte. - Diese Frage kann man natürlich nur schwer beantworten. Einerseits vermittelt sie das Gefühl einer Gemeinschaft und einer festen Zugehörigkeit, andererseits wolle er bestimmt keine Institutionalisierung der Kirche erreichen. Da ist auch der Grund, warum ihr heutzutage so viele den Rücken zukehren. Es wäre besser, wenn sie eher moralischen Rückhalt und Ratschläge geben würde und nicht gleich strenge Vorschriften. Sie sollte sich mehr zu einer ethische Bildungsanstalt entwickeln, um miteinander ins Gespräch kommen zu können. Dadurch wäre auch wieder die Chance größer, dass Jugendliche ihr Vertrauen zur Kirche wiedergewinnen und im Glauben gestärkt werden. - Offen und hilfsbereit ist die Kirche bereits schon in vielen sozialen Bereichen. Caritas, Misereor, Kolpingwerke und die Seelsorge in Krankenhäusern sind für viele Menschen Anlaufstellen, die eine seelisch-moralische Unterstützung leisten und aktiv helfen. In diesem Bereich hat die Kirche eine Vorbildfunktion. Die Meisten engagieren sich ehrenamtlich und lernen somit Verantwortung für andere zu übernehmen. - Eine weitere Aktion dieser Art ist der Verkauf von gepa-Produkten, der die Länder in der dritten Welt unterstützt und faire Löhne möglich macht. Diese positiven Aspekte, die auf den Grundideen Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe basiert sind, drängen die abschreckenden Taten innerhalb der Kirchengeschichte in den Hintergrund. Doch auch diese müssen erwähnt werden. Vor allem die Kreuzzüge, die Inquisition und der Ablasshandel gehören zu den schlimmsten Ereignissen, in denen der christliche Glaube als Legitimation für die Tötung oder Ausbeutung von unschuldigen Menschen ausgenutzt wurde. Insgesamt waren die Verweltlichung der Kirche und ihr Machtstreben das, womit die Kirche im Mittelalter assoziiert wurde. Meiner Meinung nach ist das Verhältnis zwischen positiven und negativen Eindrücken der Kirche mittlerweile ziemlich ausgeglichen. In der heutigen Zeit ist es sogar eher positiv, da die Kirche mehr und mehr zu einem Verfechter der moralischen und wesentlichen Werte der Menschen geworden ist und sich auch nicht von ihrer Grundhaltung abbringen lässt und eine eindeutige Meinung hat. - Trotzdem könnte sie in manchen Punkten nicht so autoritär und unnahbar auftreten und Veränderungen zulassen. Mit mehr Begeisterung für ihre eigenen Glauben und Offenheit gegenüber allen Menschen, könnte sie zu einer Kirche werden, in der sich jeder wohlfühlt und gerne mitmacht. Außerdem wäre ich für eine Abschaffung des Zölibats, da ein Pfarrer mit Familie, nach meiner Ansicht, auch glaubwürdiger darüber predigen kann und schon von Anfang an, sowieso Menschen um sich herum hat. Dadurch wäre er den Menschen bestimmt auch etwas sympathischer, da er ihnen in einem Punkt mehr gleichgesinnt ist. Insgesamt wäre ein frischer Wind für die Kirche manchmal gar nicht so schlecht und in der heutigen Zeit bestimmt auch nötig, da die Menschen immer noch auf sie angewiesen sind und das auch bleiben wollen.

Bereits in den ersten Assoziationen zum Themenkomplex „Kirche“ wird deutlich, dass das primär in den Köpfen der Menschen vorherrschende Bild zur Kirche von Tradition und konservativem Ritual geprägt ist: „Beten“, „Sakramente“, „Kirchengebäude“ oder „gedämpfte Atmosphäre“ dienen hier als treffende Beispiele. - Darüber hinaus wird der Kirche zwar eine Omnipräsenz im Alltag eingeräumt, einerseits durch die heimische Gemeinde, andererseits durch die in den Medien verbreiteten Positionen. Diese betreffen gesellschaftskritische Aspekte, bei denen ethische Grundsätze diskutiert werden: Abtreibung, Sex vor der Ehe, Verhütung, Gentechnik, Zölibat, u. Ä. Die kirchliche Position ist dabei stark geprägt von konservativen Ansichten, welche besonders von Jugendlichen abgelehnt werden. Aber gerade diese „radikal-traditionelle“ Einstellung der Kirche kann Anlass sein, progressive Diskussionsansätze zu überdenken und den Kompromiss in eine gemäßigte und vertretbare Richtung zu lenken, die immer noch den Vorstellungen von Menschenwürde und Nächstenliebe entspricht. - Im Gegensatz zu diesem gesellschaftlichen Aspekt der Kirche steht das persönliche Verhältnis zu ihr. Während man zu den meisten Positionen in ethischen Grundfragen eine eigene Haltung definieren kann, fällt es heute vielen Menschen schwer, die persönliche, alltägliche Bedeutung der Kirche zu beschreiben. Oftmals spielt sie daher eine untergeordnete Rolle, die auf die pure Wahrnehmung beschränkt ist. - Hinzu kommt die Frage, ob Jesus mit der Ausgestaltung der Kirche einverstanden wäre. Die Kirche als geordnete Glaubensgemeinschaft hätte wohl noch seine Zustimmung erbracht – jedoch die Institutionalisierung, die häufig die Gefahr des Machtmissbrauchs impliziert, wäre sicherlich auf seine Ablehnung gestoßen. Nicht zuletzt war der im Mittelalter mit Ablasshandel und Verweltlichung auf die Spitze getriebene Institutionalisierungsprozess Anlass für die auch letztendlich gegen Martin Luthers Willen vollzogene Kirchenspaltung, welche auch Jesus sicherlich nicht für gut gehießen hätte. - Damit kommt die Frage auf, welche Bedeutung die heutige Kirche haben sollte. In Zeiten von einer Beschleunigung und Verrohung der Umwelt, liegt das Hauptinteresse der Menschen darauf, die Kirche als Zufluchtsort betrachten zu können – einen Diskussions- und Meditationsraum, der Angebote für soziales Engagement liefert und weniger als „Moralapostel“ den machtpolitischen Zeigefinger erhebt. - Schließlich zeichnet sich bei genauerer Betrachtung der sozialen Aktivitäten der Kirche ein deutlich positiveres Bild ab: Misereor, Caritas, BDKJ, Pfadfinder, Kolpingwerk und diverse andere Glaubensgruppen leisten einen hohen Beitrag zu einer funktionierenden Gesellschaft – angefangen bei Kindertagesstätten oder Krankenhäusern, über Hilfe für Familien und Bedürftige bis hin zu Entwicklungsarbeit in der Dritten Welt: Dieses enorme Angebot zeigt die differenzierten Facetten von Nächstenliebe auf und leistet damit den wohl größten Anteil daran, das durch die Gräueltaten der Geschichte besudelte Bild der Kirche aufzuwerten. Schließlich dominiert auch heute noch das Bild einer mordenden und gewalttätigen Kirche in Zeiten von Inquisition oder Kreuzzügen über die nachzueifernden Taten der Kirche. Trotz allem haben viele Menschen ein ausgeglichenes Verhältnis zur Kirchengeschichte und dem heutigen, aufgebesserten Image, da sie ihr Augenmerk vielmehr auf die heutige Rolle der Kirche legen und weniger auf deren Historie, da sie im Alltag eine weitaus geringere Bedeutung hat. - Nach eingehender Reflexion bleiben Forderungen an eine zukünftige Kirche bestehen, welche nicht nur wahrgenommen wird, sondern in der Lage ist, zu begeistern: Eine lockere Atmosphäre, die zwar Platz für ernsthafte Diskussionen bieten darf ist hier gewünscht. Abwechslungsreichtum, ebenso wie Aktualität und eine Abkehr von allzu tradierten Handlungen sind weitere Wünsche an eine Kirche, die auch den Wünschen der heutigen jungen Generation entsprechen könnte.

In der kugellagerartig aufgebauten Sitzordnung sind wir jeweils in wechselnder Partnerarbeit einen interessanten Gedankengang rund um das Thema Kirche gegangen. Zuallererst dachten wir über die Assoziationen nach, die man mit dem Begriff „Kirche“ verbindet. Hiezu kamen uns vorerst nicht wertende Begriffe in den Sinn, die man mit der Kirche verbindet, sondern anfänglich nur Bilder des Papstes verbunden mit dem Vatikan, Erfahrungen mit dem Gottesdienst und dazugehörige Predigen, den Pfarrer, das Kirchengebäude an sich, sowie die Gemeinde. - Diese Fragestellung führte schon gleich zu der Beantwortung der Frage, welche Rolle die Kirche in unserem Alltag spiele. Jedoch fiel hier das Ergebnis eher gering aus und es wurde deutlich, dass man eher an Weihnachten und an Ostern in die Kirche geht. Am stärksten jedoch hat man die Kirche in der Kommunionszeit und während der eigenen Firmung wahrgenommen. Im weiteren Leben rechnet man auch damit die Kirche in Form der Kirchensteuer zu spüren zu bekommen. - Im weiteren Verlauf des Unterrichtsgesprächs befasste man sich nun mit den gesellschaftskritischen Einstellungen der Kirche und machte sich über Fragen Gedanken, ob die Kirche sich für Frauen ausspricht, welche Karriere machen und ihre Kinder in eine Kinderbetreuung geben. Des Weiteren fragte man sich, welche Einstellung die Kirche zum Thema Hartz IV vertritt. Allerdings kam uns hier schon die erste negative Assoziation in den Sinn, dass sich die Kirche besonders in Fulda zu Zeiten des Erzbischofs Dyba vermehrt gegen Homosexuelle ausgesprochen hat. - Nun mussten wir uns darüber Gedanken machen, ob Jesus die Kirche so gewollt habe, wie sie jetzt ist. Hierbei waren wir uns alle einig, dass Jesus die Traditionen der Kirche der heutigen Gesellschaft mehr angepasst hätte, um die Menschen in der Kirche wieder zu vereinen und einem weiteren Auseinanderklaffen von Menschen und Kirche zu entgehen. Denn es ist bekannt, dass Jesus nichts getan hat, was mit Institutionisierung zu tun hat und sein allerhöchstes Ziel die Nächstenliebe und somit auch die Kommunikation unter den Menschen war. - Des Weiteren dachten wir darüber nach, welche Funktion/Bedeutung die Kirche heute haben sollte. Wir zählten Dinge wie Seelsorgefunktion, Zufluchtsort und Änderung der Ansichten in liberalere Denkweisen auf, wobei uns dann beim weiteren Nachdenken über die darauf folgende Frage bewusst wurde, dass die Kirche einiges davon sogar erfüllt. Uns fiel auf, dass die Kirche unzählige soziale Engagements (Caritas, Kolpingwerk, Diakonie, Seelsorge, Krankenhäuser wie Herz Jesu, Seelsorge, kirchliche Schulen, Schwangerschaftsberatung, Pfadfinder, BDKJ, KJG…) tätigt. Sogar leistet die Kirche unglaublich viel Jugendarbeit, wie auch den Weltjugendtag, wobei man als Jugendlicher die Kirche größtenteils als veraltet und zu konservativ ansieht. Nachdem man sich jedoch einmal intensiv darüber Gedanken gemacht hat, wurde sehr stark deutlich, dass die Kirche erstens viel aktive Hilfe leistet, aber sich auch sehr um die Jugendlichen bemüht. Das Problem ist leider nur, dass die meisten Menschen eher zuerst an die negativen Aspekte der Kirche denken und diese den meisten Menschen auch eher bekannt sind, als dass man wirklich auch mal an die guten Seiten denkt, die sehr leicht in den Hintergrund geraten, obwohl man durchaus über die sozialen Engagements der Kirche bescheid weiß. - Die Fragestellung, welche üblen abschreckenden Dinge uns aus der Kirchengeschichte bekannt sind, lies sich durchaus leichter beantworten, da solche Themen sogar schon im Religionsunterricht behandelt wurden. Die Propaganda der Kirche gegen Kondome in der dritten Welt zusammen mit der Verbreitung des Glaubens, dass diese AIDS verursachen würden und der Ablasshandel waren die ersten Einfälle zu diesem Thema. Doch auch die Kreuzzüge, die Hexenverbrennung, das allgemeine Machtstreben während der Geschichte und die bis vor ein paar Jahrhunderten verachtende Haltung  gegenüber Frauen kamen uns in den Sinn.  Diese Aufzählungen stehen natürlich im krassen Gegensatz zu den vorher aufgeführten sozialen und guten Tätigkeiten der Kirche. Auch ist es seit Menschengedenken so, dass sich eher die negativen Aspekte festsetzen und meinungsprägend sind als die positiven Aspekte. Um nun wieder zu den guten Dingen der Kirche zu kommen, wären hier die Förderung von Kirchen- und Glaubensverständigung, wie z.B. mit dem Islam, sowie der Ökumene anzuführen. Auch darf man die Heiligen- und Seeligengeschichten, wie auch zu unserer Zeit Personen wie Mutter Theresa, nicht vergessen, die zwar nicht immer als Personen der Kirche, aber dennoch aus ihrem christlichen Glauben heraus gehandelt haben. Auch sind hier wieder die sozialen Tätigkeiten der Kirche anzuführen. - Um sich nun über das Verhältnis von guten und schlechten Aspekten der Kirche bewusst zu werden, ist es durchaus nicht so, dass die schlechten Eigenschaften überwiegen, nur dass man über diese mehr weiß. Dies liegt aber meiner Ansicht nach nicht nur an der Kirche, da diese viel Öffentlichkeitsarbeit leistet, sondern an dem Willen in den Menschen, die Kirche zuzulassen. Auch ist in unserer heutigen Konsumgesellschaft die Kirche zu einem Faktor geworden, der keine Unterhaltung in dem Sinne bietet, wie es zum Beispiel der Fernseher tut. Ich denke nicht, dass sich die Kirche wirklich soweit anpassen kann, dass sie wieder mehr Menschen aufsuchen. Denn um dies zu erreichen, müsste sich die Kirche soweit verändern, dass sie sich nicht mehr treu bleiben würde. Leider erkennen immer weniger Menschen, das der Glaube an Gott Halt und Geborgenheit geben kann, den man in anderen Dingen vielleicht nicht findet, jedoch bin ich auch der Meinung, dass an Gott glauben und zu ihm beten nicht untrennbar mit der Kirche verbunden sein muss. Denn man kann durchaus an Gott glauben ohne regelmäßig in die Kirche zu gehen, da es in manchen Dingen durchaus schwer fällt mit der Kirche übereinzustimmen, da viele Ansichten wirklich veraltet sind und der heutigen Zeit einfach nicht mehr entsprechen. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass die Kirche gegen Embryonalforschung ist, weil man sich nun in einen Position begibt, die einem Menschen nicht zusteht, schon gar nicht über Leben und Tod zu entscheiden. Doch auch hier kann die Kirche nicht wissen, wie das Leben für ein behindertes Kind und dessen Eltern ist, die auch damit leben müssen und somit muss man auch sehen, dass dieser Aspekt auch durchaus Vorteile hat, wie zum Beispiel Erbkrankheiten zu verhindern oder zu erforschen, was dann schließlich für die gesamte Menschheit ein Gewinn ist. Wobei diese Position in manchen Dingen noch verständlich ist, kann die Meinung gegen Verhütungsmittel zu sein, nicht mehr zur heutigen Zeit vertreten werden, da sich die Gesellschaft einfach verändert hat und somit die Vorraussetzungen auch nicht mehr die gleichen sind wie zu früheren Zeiten. Nun hat man als Frau einen vorherbestimmten Weg von Schule, über Ausbildung/Studium bis hin zum Beruf, sodass es auch für Frauen negative Folgen haben kann, einfach ungewollt schwanger zu werden. Und was ist mit Frauen, die durch eine Vergewaltigung schwanger geworden sind? Müssen die dann ihr Kind behalten? Es gibt so viel strittiges in manchen Auffassungen der Kirche, wobei man aber immer noch einen nachvollziehbaren Ansatz feststellen kann. - Des Weiteren bin ich der Überzeugung, dass die Menschen in unserer Gesellschaft, solange es ihnen noch verhältnismäßig gut geht, sich auch nicht von hier auf jetzt ändern werden und in die Kirche gehen werden, auch wenn die Kirche sich von Grund auf verändern würde. - Deshalb ist die Fragestellung, wie eine Kirche auszusehen hätte, in de man begeistert mitmacht, nicht so leicht zu beantworten, da auch in unseren Köpfen Veränderungen geschehen müssen und nicht nur in der Kirche. - Zusammenfassend würde mich aber eine Kirche wie in dem Film „Sister Act“ faszinieren, in der Gospellieder gesungen werden und die insgesamt etwas liberale und ofenere Einstellungen vertritt.

Die Kirche, mit der ich automatisch bei Nennung des Begriffs in erster Instanz die katholische Kirche assoziiere, führt mich in eine Welt, die nach meiner Ansicht einen hohen nebulösen Faktor aufweist, der es für mich unmöglich macht den Einstellungen der Kirche ohne Weiteres nachzueifern. Diesen Nebel zu durchblicken, indem sich Haltungen zur Ehe sowie zum sozialen Leben allgemein verstecken, fällt einem als epochaler Christ, der nur zu gewissen Zeiten in der Kirche oder beim Lesen der Bibel einen Einblick erhalten kann, äußerst schwer. Die Tatsache der Unkenntnis führt zu vorschnellen, medial beeinflussten Meinungsbildungen. Die Haltung der katholischen Kirchen erscheint mir somit als extrem konservativ und schafft eine unüberbrückbare Distanz zwischen mich und den Gläubigen. Eine gemeinsame Basis zu schaffen wäre ein Weg in Richtung Zukunft und Offenheit, wobei dieser Schritt schon längst hätte gegangen werden müssen. Eine Basis zu erstellen, bedeutet für mich nicht die Kirche vollkommen zu verändern, sondern mehr Öffentlichkeitsarbeit in Richtung Jugendfreundlichkeit zu leisten. In der Vergangenheit konnte man das Potential, das an Tagen wie dem Weltjugendtag in Köln sich offenbarte nicht mobilisieren, um der Kirche ein besseres Image unter den Jugendlichen zu verschaffen. Stattdessen beschäftigt sich der Mann, der dies am besten umsetzten könnte und am besagten Wjt sogar heroisiert wurde, mit Themen, wie der Abschaffung der Vorhölle oder der neu Einführung von lateinischen Messen, dass dies zwangsläufig eine entgegengesetzte Wirkung hat, ist jedem Laien klar. Eine Beeinflussung der Jugendlichen durch Medien wie zum Beispiel Bücher wie „Sakrileg“ hätten keine Durchschlagskraft, da die neu „geworbenen“ Gläubigen durch eine höhere katholische Bildung eine Resistenz vor solchem Irrglauben aufbauen könnten. - Eine objektivere Meinung zur Kirche lässt sich nach meiner Meinung nur über eine verstärkte kirchliche Bildung realisieren, die natürlich freiwillig abzulaufen hat. - Es werden dann nicht nur Schreckensmeldungen der Kirche wahrgenommen werden, sondern auch positive Aspekte, wie das soziale Engagement.